Montag, 2. Januar 2023

Neueste Entwicklung auf der OWIIIa Trasse für Bisuf

An der Hildastr. soll ein Möbelhaus entstehen.  B-Plan InN 236 VEP - Möbelhaus Hildastraße.  Das müsste uns hier im Osten eigentlich nur bedingt interessieren, wenn nicht die Nordspange dort eine gravierende Rolle spielen würde. Um dieses Möbelhaus realisieren zu können, ist dort der, in Teilen siebenspurige, erste Ausbau der Hildastr, die ein Teil der geplanten Nordspange ist, zwingend erforderlich. Siehe bitte nachfolgenden Plan.


Verbunden damit ist, auf dem Plan rechts unten erkennbar,  der erforderliche Brückenschlag über die Eisenbahn um damit zur Höschallee auf dem Gelände der Westfalenhütte zu gelangen, die wiederum dann ja an den schon bestehenden westlichen Zweig der OWIIIa angebunden werden soll. Alles Niedergelegt im B-Plan InN 219, der einen Teil der verkehrlichen Entwicklung auf der Westfalenhütte regelt.


Hier erkennbar der Verlauf der zukünftigenSstrassenverbindung zwischen Hildastr. oben links bis zur Anbindung über die Höschallee unten rechts an die bestehende OWIIIa. Nachfolgend dargestellt, das komplizierte Geflecht an Straßenanbindungen des Westfalrenhütten Geländes. Links oben in orange die geplante Anbindung an die Nordspange.


Diese Straßenverbindung Hildastr., Eisenbahnbrücke und Höschallee ist nach ihrer bevorstehenden Realisierung Kernstück einer neuen West- Ostverbindung durch den Dortmunder Norden. Hier die offizielle Dortmunder Darstellung.


„Die geplante Nordspange beginnt im Osten an der Brackeler Straße, führt diagonal über das Gelände der Westfalenhütte mit Anbindungen an die Bornstraße und die Burgholzstraße. Über die bestehenden Straßen Dammstraße und Seilerstraße werden die Anschlüsse an die Evinger Straße und die Lindenhorster Straße sichergestellt. Im weiteren Verlauf Richtung Lindberghstraße führt sie überwiegend durch gewerblich geprägte Bereiche (Pottgießerstraße, Westererbenstraße, Weidenstraße) und soll künftig vor allem Lkw-Verkehre aufnehmen.“

https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/stadtplanungs_und_bauordnungsamt/stadtplanung/verkehrsplanung/strassenentwurf/nordspange.html

Da die Nordsapnge im Wesentlichen bereits auf allerdings nur zweispurigen Straßenzügen existiert, wird dadurch in absehbarer Zukunft der Lückenschluss zwischen Nordspange und OWIIIa vollzogen.

Beides zusammengenommen ergibt im Endausbau eine Straßenverbindung, die eine neue Querverbindung durch fast ganz Dortmund erschafft, die von der A45 im Westen, der A2 im Nordwesten, der A40 im Westen quer durch Dortmund verlaufen soll. Sie kreuzt die Nordsüdachse der B236 und führt weiter gen Osten bis zur A1 und ist damit indirekt auch an die A2 im Nordosten und die A44 im Osten der Stadt angebunden.


Welche Auswirkungen hat das auf die Verkehrsentwicklung in Dortmund?

1. Diese Straßenverbindung schafft eine neue West- Ost Route, die vor allem LKW- Verkehre aufnehmen soll, die bisher über den Dortmunder Autobahnring abgewickelt wurden.

2. Damit werden insbesondere Schwerlastverkehre miteinander verknüpft, die eine ganze Reihe von industrie- und Gewerbegebieten vom Westen bis nach Unna verbinden. Insbesondere auch die ganz erheblich gewachsenen Verkehre der Logistikansiedlungen in Dortmund, die aus weit über 1000 Logistikbetrieben resultieren. Und der damit einhergehende Containerumschlag. Besonders zu nennen sind hier, die KV Anlage in Huckarde, der Dortmunder Hafen, und das Logistikzentrum auf dem ehemaligen Areal der Westfalenhütte.

Im weiteren Verlauf werden diese Verkehre dann über die OWIIIa mit den ganzen industrie- und Gewerbegebieten verknüpft, die im Osten bis nach Unna und Kamen reichen., und dringend nach einer Anbindung an die dortmunder Logistik- Umschlaganlagen verlangen.


3. Da die Schwerlast Durchgangsverkehre in absehbarer Zeit nicht mehr über die B1 fahren dürfen, müssen auch diese Verkehre andere Wege suchen und finden. Dabei werden sie sicherlich auch zu einem großen Teil auf den Straßenzug Nordspange / OWIIIa ausweichen, wenn dies ermöglicht wird.

4. Zusätzlich soll diese neue Ost- Westverbindung natürlich auch erhebliche PKW- Verkehre aufnehmen, die bisher über das Nadelöhr Brackelerstr. - Borsigplatz – Mallinckrothstr. geführt wurden. Diese Verkehre erhalten damit zukünftig auch über den Straßenzug Höschallee, Springorumstr. und die Österholzstr.  eine Umfahrungsmöglichkeit der Umweltmesstelle an der Brackelerstr.

5. Mit der starken Ausrichtung auf Logistik in Dortmund sind in sehr starkem Maße auch PKW-Verkehre verbunden, die von den Arbeitnehmern in diesen Betrieben verursacht werden, und die bei einem nicht ausreichenden ÖPNV Angebot auch hier erhöhte Verkehrsziffern verursachen.

 6. Dazu kommt noch erschwerend, dass gerade wegen der, für die im Niedriglohnsektor arbeitenden Arbeitnehmer im Logistikbereich, unbezahlbar gewordenen Mieten, eine anhaltende Landflucht in die umliegenden kleineren Gemeinden eingesetzt hat, die natürlich erhebliche Pendelverkehre, sinkende Bevölkerungszahlen und Steuereinnahmen zur Folge haben.

 7. Insgesamt sind die durch Logistik bedingten Verkehre in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Zum einen durch verändertes Kaufverhalten in Richtung Online Bestellung- und Lieferung aber auch durch insgesamt gestiegene Warenverbräuche. Corona hat sicherlich auch dazu beigetragen und es ist erkennbar, dass sich dies auch nach Corona nicht mehr wesentlich zurück entwickeln wird. 

8. Nicht vergessen darf man auch, dass der genannte Straßenzug auch sofort als Mautumgehungsstrecke rasch ihre Attraktivität für den Schwerlastverkehr finden wird.


All das ist ganz erheblich bedeutsam, für alle Planungen rund um Nordspange und OWIIIa, die daher eigentlich immer zusammen betrachtet werden müssen.

Umso erstaunlicher ist es, dass die Stadt Dortmund an keiner Stelle der jeweiligen Projektplanungen, eine Gesamtschau auch der verkehrlichen Aspekte vorgenommen hat. Egal, ob es die Planung der KV-Anlage, der Hafenerweiterung, die Planung für das Möbelhaus Hildastr. oder der Ausbau des Logistikzentrums Westfalenhütte war, immer wurde nach dem gleichen Schema vorgegangen.

Auf Basis, in der Regel völlig veralteter Verkehrszahlen, und entsprechend schlechter Prognosen, wurde immer nur die jeweils umgebende Verkehrssituation mehr oder weniger gut betrachtet. Niemals aber wurde eine Untersuchung durchgeführt, die sich ALLER zukünftig zu erwartenden Verkehre unter besonderer Berücksichtigung der Schwerlastverkehre angenommen hat. Schon garnicht, unter Einschluß eines möglichen Ausbaus der östlichen OWIIIa nach Unna. Entsprechende Anträge wurden bisher durchgängig abgelehnt.

Nimmt man alle diese Aspekte zusammen, so müssen allein schon für die Nordspange Verkehre zugrunde gelegt werden, die sämtliche bisher prognostizierten Verkehrsaufkommen mit Sicherheit um ein Vielfaches übersteigen werden. Und dies insbesondere auch im Schwerlast- und Lieferverkehrssektor.

Wenn dann gar noch eine Verknüpfung mit der OWIIIa zustande kommt, ist eine Kathastrophe bereits vorprogrammiert.

Zwangsläufig hätte dies dann die Notwendigkeit zur Folge, alle bisher auf der Nordspange, im Wesentlichen einspurig, geplanten Straßenverbindungen dann um mehrere Fahrspuren zu erweitern, was erneut nicht ohne schwerwiegende Eingriffe in Natur und vorhanden Bausubstanz möglich wäre. Alle Kreuzungspunkte wären neu zu planen und geändert zu bauen.

Aktuell macht man auf Seiten der Stadt und einiger Politiker aber einen auf ahnungslos und so, als wenn man davon nichts wissen könne.

Das ganz nebenbei die Route über die Nordspange, entgegen der aktuellen Luftreinhaltepläne sogar die Umweltzone in dortmund erheblich durchkreuzt, wird einfach bisher unter den Teppich gekehrt.



Aus gutem Grunde wurde auch bei der Luftreinhalteplanung zu Grunde gelegt, dass sich alle Schwerlastverkehre bisher über den Dortmunder Autobahnring und die B236 in Nord-Süd Richtung bewegen müssen.


Gerade auch die B236 ist demnächst von der A2 im Norden bis zur A1 im Süden durchgängig vierspurig befahrbar. Mit dem Ausbau der A44 im Osten der Stadt kommt eine demnächst sechsspurig ausgebaute Autobahnanbindung ebenfalls hinzu. Damit können alle Punkte der Stadt auch ohne Nordspange / OWIIIa wirkungsvoll über den Autobahnring und die B236 erreicht werden.


Auf keinen Fall und an keiner weiteren Stelle von Planungen kann man zukünftig Verkehrsplanung und Luftreinhaltung erfolgreich abschließen, wenn nicht jetzt und sofort auch im Sinne des Klimawandels, damit begonnen wird, Maßnahmen zu denken und zu ergreifen, die nachhaltig und effektiv Warenströme von der Straße auf andere Verkehrsträger wie Eisenbahn oder Schiff umlenken.

Das kann und muss auch in Dortmund gelingen, indem z. B. ein Teil der Containertransporte zwischen den Container Umschlagsanlagen im Hafen und Huckarde zum Logistik Areal der Westfalenhütte über das vorhandene und zu erweiternde Gleisnetz der Dortmunder Eisenbahnen abgewickelt wird.

Zurück konkret zur Hildastr.

Der Ausbau der Hildastr. muss daher auch in den vorgenannten Zusammenhängen betrachtet werden. Eine aktualisierte Verkehrsuntersuchung, die alle oben geschilderten Verkehrszusammenhänge, auch für eine fernere Zukunft, berücksichtigt, ist unbedingte Vorraussetzung für die jede weitere Planung und Diskussion.

Abgesehen davon, dass auch hier alle Verkehrsdaten veraltet sind und nicht im Zusammenhag betrachtet und prognostiziert wurden, muss man das Projekt schon deshalb ablehnen, weil zur Waren An- und auch Ablieferung kein Gleisanschluss vorgesehen und / oder verlangt ist. Dies, obwohl das Projekt unmittelbar an zwei vorhandene Gleisanlagen angrenzt. DB und Dortmunder Eisenbahn / Captrain. Dies würde auch von der internen Möbelhaus Planung und Logistik andere Konzepte verlangen. Ausschließlich dem Auto- und Schwerlastverkehr wird hier erneut, und entgegen modernen Erkenntnissen, der Vorrang eingeräumt. 

Eine der Möglichkeiten, die hier eigentlich schon vorhanden sind, aber nicht genutzt werden sollen, zeigt folgende Grafik. Entnommen aus Wikipedia.

„Die Güterumgehungsbahn Dortmund ist eine Eisenbahnstrecke im Norden der Stadt Dortmund, die fast ausschließlich dem Güterverkehr dient. Güterzüge, die Dortmund passieren, werden über diese Umgehungsbahn am Hauptbahnhof vorbei geleitet, wodurch eine Beeinträchtigung des Personenverkehrs sowie eine Gefährdung der Innenstadt durch Gefahrgutunfälle vermieden wird.“


Es ist bestimmt auch kein Zufall, dass sich hier zur Anbindung und Nutzung mit ÖPNV keinerlei ausreichenden Gedanken finden. Z. B. einer Haltestelle, die näher am Möbelhaus oder dem Bauhaus gelegen wäre.

Generell ist auch erkennbar, dass die Stadt Dortmund die Kosten für den Straßenanschluss an die Hildastr. mit seiner verkehrlichen Umgestaltung in Gänze übernehmen wird und den Betreiber diesbezüglich Lastenfrei stellt.

Zunehmend sollten auch Lastenfahrräder zum Transport z.B. von Kleinmöbeln mit betrachtet werden. Das bedingt auch eine verkehrliche Planung, die das Radwegenetz und eine sinnvolle Anbindung daran mit umfasst. Dies ist im vorliegenden Fall aber in keiner Weise gegeben.

Alle bisherigen, ich nenne das mal Fehlplanungen, haben daher auch Folgen für die notwendigen Schallschutzmaßnahmen, die Feinstaub- und Co2 Belastung sowie den Klimaschutz.

All das müßte daher auch fester Bestandteil der weiteren B-Planung Hildastr. und vom InN 219 sein.


Sonntag, 22. August 2021

Bürgerinitiative 'Schützt unseren Freiraum' (BISuF) startet mit Ideenwerkstatt

Die im Dortmunder Osten aktive BISuF hatte am Freitag, 20.08.21, zur Auftaktveranstaltung einer Ideenwerkstatt "Hellweg-Entlastung ohne OWIIIa" ins Asselner Marie-Juchacz-Haus eingeladen.

Ziele der Ideenwerkstatt sind:
  • Erhalt der Freiräume nördl. und südl. des Hellwegs für Mensch und Natur
  • Erhöhung der Umweltqualität 
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität
Im ersten Entwurf der Ideenwerkstatt werden folgende Maßnahmen zur Diskussion gestellt: 
  • Verkehrsuntersuchungen und Immissionsmessungen
  • Reduzierung des Kfz-Verkehrs
  • Reduzierung und Umleitung des Lkw-Verkehrs
  • Förderung des ÖPNV
  • Förderung von Rad- und Fußverkehr
  • Maßnahmen zur umweltgerechten Abwicklung des Kfz- und Stadtbahnverkehrs
  • Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität am Hellweg
In Einzelveranstaltungen, Diskussionsrunden und politischem Wettstreit im Vorfeld der Landtagswahlen 2022 sollen die unterschiedlichsten Ideen gesammelt, fachlich geprüft und bewertet werden. Am Ende des Prozesses sollen Planungsvorschläge entwickelt und dargestellt werden, die gemeinsam mit der Bürgerschaft Verwaltung und Politik umgesetzt werden können, um den Hellweg im Stadtbezirk Brackel lebenswerter zu gestalten, ohne die letzten Freiräume durch die OWIIIa zu zerstören. 






Mittwoch, 26. Mai 2021

Ausführliche Analyse zum Stadtbezirksentwicklungskonzept (INSEKT) Brackel

Liebe BISuF-Unterstützerinnen und -Unterstützer, 

BISuF-Mitglied Wilhelm Auffahrt hat sich noch einmal sehr ausführlich dem Thema Stadtbezirksentwicklungskonzept (INSEKT) Brackel gewidmet und eine intensive Analyse auf "Lokalkompass" veröffentlicht: 
https://www.lokalkompass.de/dortmund-ost/c-politik/buergerinitiative-bisuf-fordert-konsequenten-freiraumschutz-und-transparentes-verfahren-beim-integrierten-stadtbezirksentwicklungskonzept-insekt-brackel_a1572965

Montag, 17. Mai 2021

Bürgerinitiative BISuF fordert konsequenten Freiraumschutz und transparentes Verfahren beim Integrierten Stadtbezirksentwicklungskonzept (INSEKT) Brackel

Die Bürgerinitiative „Schützt unseren Freiraum“ (BISuF) mischt sich in die Diskussion um die Zukunft des Stadtbezirks Brackel ein. Noch bis zum 16. Mai können sich Bürgerinnen und Bürger an einer Online-Befragung des Planungsamtes im Rahmen des Integrierten Stadtbezirksentwicklungskonzepts (InSEKT) beteiligen. Dabei geht es sowohl um die Ausweisung von Wohnbauland (z.B. auf der Rennbahn Wambel) und die Ansiedlung von Gewerbe (u.a. Buddenacker) als auch um die verkehrliche Entwicklung der Hellwegachse und die Planung der OWIIIa. 

BISuF kritisiert, dass die Befragung weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne vorherige breite Debatte stattfinde. Darüber hinaus sieht die Bürgerinitiative erhebliche methodische und inhaltliche Mängel sowie mangelnde Transparenz in der Befragung. Einblick in den Konzeptentwurf sei lediglich ausgewählten Politikern wie dem Bezirksbürgermeister ermöglicht worden. Die Fragen seien zum Teil sehr suggestiv auf Bebauung ausgerichtet. Naturschutz und nachhaltige Landschaftsentwicklung würden weitgehend ausgeblendet. Eine differenzierte Beantwortung der überwiegend suggestiven Fragen sei nicht möglich. 

Obwohl gerade im Stadtbezirk Brackel in den letzten Jahren überdurchschnittlich viele Wohnungen (z.B. Hohenbuschei) entstanden seien, gehe die Befragung davon aus, dass weiterer Freiraum in Anspruch genommen werden müsse. Dies sieht die Bürgerinitiative äußerst kritisch, vor allem was die Wohnbebauung in Wickede-West betrifft. Bevor erneut Freiraum geopfert werde, müssten andere Möglichkeiten der Wohnbauschaffung z.B. Baulückenschließung genutzt werden. 

BISuF kritisiert, dass der Bau der OWIIIa nach Auffassung des Planungsamtes immer noch Bestandteil des INSEKTs bleiben soll, obwohl der Rat einen Planungsstopp beschlossen hat. Notwendige Maßnahmen zur Hellwegentlastung blieben dagegen vage. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass der vom Rat beschlossene 5-jährige Planungsstopp verstreiche, ohne dass tatsächlich nachhaltige Maßnahmen zur Verkehrswende erfolgen. 

In diesem Zusammenhang kritisiert die Bürgerinitiative die Weigerung der Planungsverwaltung, vorhandene neuere Verkehrszahlen zu veröffentlichen und eine aktuelle Verkehrsuntersuchung mit Prognosen für den Stadtbezirk Brackel kurzfristig in Auftrag zu geben. 

Wegen der erheblichen methodischen und inhaltlichen Mängel fordert BISuF, die Ergebnisse der jetzigen Befragung nicht für die Weiterentwicklung des Konzepts zu nutzen, sondern in einem offenen Dialogverfahren unter Beteiligung aller Bürger und der politischen Gremien transparent zu diskutieren.

Dienstag, 16. Februar 2021

Gewonnene Zeit für Verkehrswende nutzen: BISuF begrüßt 5-jährigen Planungsstopp für L663n/OWIIIa

Hoch erfreut ist die Bürgerinitiative „Schützt unseren Freiraum“ (BISuF) über den Ratsbeschluss zum Planungsstopp für den Weiterbau der Brackeler Straße (L663n/OWIIIa) nach Unna und Kamen. Am Donnerstag hatten die Ratsfraktionen von GRÜNEN, CDU, LINKE+ und SPD (letztere vermutlich versehentlich) dem Moratorium zugestimmt. GRÜNE und CDU, die sich im Vorfeld der Wahl auf einen Planungsstopp geeinigt hatten, haben damit Wort gehalten.

Damit ist dieses unnötige und Freiraum zerstörende Projekt zunächst gestoppt. Der langjährige Kampf von Naturschutzverbänden, Bürgerinitiativen und vielen Bürger*innen hatte Erfolg. Die Bürgerinitiative „Schützt unseren Freiraum“ bedankt sich bei den Ratsfraktionen für diesen Beschluss, der die Möglichkeit schafft, in den nächsten fünf Jahren über eine Hellwegentlastung ohne OWIIIa zu diskutieren.

Klimakatastrophe, Artensterben und ein geändertes Mobilitätsverhalten erfordern ohnehin eine Verkehrswende. Der Planungsstopp für die OWIIIa bietet jetzt die Chance, langfristig eine Verkehrspolitik zu etablieren, die auf den Umweltverbund und die Naherholung setzt. Die Bürgerinitiative BISuF wird hierzu geeignete Vorschläge entwickeln und diese der Öffentlichkeit und den Gremien zur Diskussion vorlegen.

Neben der Entlastung des Hellwegs vom motorisierten Verkehr steht aus der Sicht von BISuF das Problem des Schwerlastverkehrs im Mittelpunkt. Die Ansiedlung von neuen Logistikbetrieben in Dortmund, Kamen und Unna in Verbindung mit der geplanten Nordspange verschärft das Problem der Schwerlastverkehre auch im Stadtbezirk Brackel, insbesondere durch die Entwicklung neuer Logistikzentren auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte, im Dortmunder Hafen und der KV-Anlage. Hier fordert die Bürgerinitiative BISuF ein Lkw-Routenkonzept zur Entlastung der Wohngebiete im Dortmunder Norden und Osten. So sollten die neuen Logistikzentren nur noch über die B236n und der Hafen nur über den Hafenzubringer über die A 45 angefahren werden dürfen. Diese Forderung ergibt sich auch aus dem Luftreinhalteplan. Die Deutsche Umwelthilfe hatte die Stadt in einem Schreiben vom November 2020 aufgefordert, alle Straßenplanungen zu unterlassen, die zu einer Erhöhung von Schadstoff- und Lärmbelastungen führen. Die Planung der OWIIIa widerspreche dem Ziel einer Verkehrswende und konterkariere die Bemühungen der DUH, die Brackeler Straße u.a. durch eine Umweltspur zu entlasten.

Daneben wird sich BISuF aktiv darum bemühen, dass die L663n/OWIIIa endgültig aus dem Landesstraßenbedarfsplan gestrichen wird. Zu diesem Zweck wird sich die Bürgerinitiative aktiv in den Landtagswahlkampf 2022 einschalten. Ähnlich wie sie dies im Kommunalwahlkampf erfolgreich getan hat.

Montag, 21. Dezember 2020

BISuF wünscht geruhsame Weihnachten und Gesundheit für das neue Jahr

Liebe BISuF-Unterstützerinnen und -Unterstützer, 

ein ereignisreiches und in vielerlei Hinsicht besonderes Jahr - auch für unseren Kampf gegen die OWIIIa - neigt sich seinem Ende zu. Anlass für uns, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. 

Im Frühsommer hatte uns eine Ratsvorlage (hier geht es zum Dokument) aufgeschreckt, mit der in der Stadtverwaltung zwei Planstellen zur Planung der OWIIIa geschaffen werden sollten. Auf Drängen der Städte Dortmund, Unna und Kamen hatte sich der Landesverkehrsminister bereit erklärt, hierzu in finanzielle Vorleistung zu treten. Mit Mehrheit von SPD, CDU und FDP/Bürgerliste wurde die Vorlage in der letzten Sitzung vor den Kommunalwahlen am 18. Juni beschlossen. 

Das konnten und wollten wir so nicht stehen lassen. Mit Unterstützung der Naturschutzverbände sowie der GRÜNEN und LINKEN im Rat haben wir den Protest organisiert. Wir luden die Spitzenkanditat*innen der Ratsfraktionen zu einem Gespräch an der Eichwaldstraße auf der OWIIIa-Trasse am 30. Juni ein und gaben im Anschluss eine Pressemitteilung heraus (hier gehts es zur Pressemitteilung). In einem umfangreichen Beitrag hat unser Mitglied Wilhelm Auffahrt die eine Stellungnahme zur OWIIIa abgegeben (hier geht es zum Beitrag). 

An dem von uns organisierten Demo-Spaziergang am 15. August in Wickede nahmen über 160 Menschen teil; die wohl größte Kundgebung, die der Ortsteil gesehen hat (Pressemitteilung der BISuF und Beitrag zum Protestspaziergang) Neben den direkt betroffenen Anwohner*innen nahmen auch Vertreter aus Kamen und Unna teil. 

In einem Gespräch mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH), deren Vertreter am 27. August auf Einladung der Stadt in Dortmund weilten, konnten wir diese gewinnen, die OWIIIa als für die Luftreinhaltung kontraproduktives Projekt im Dortmunder Norden anzusprechen (Pressemitteilung der BISuF). 

Vor dem Hintergrund der Stichwahl zum Oberbürgermeister haben die GRÜNEN dann als Bedingung für die Wahlempfehlung für den CDU-Kandidaten einen 5-jährigen Planungsstopp der OWIIIa mit der CDU vereinbart. Die SPD war dazu nicht bereit. Das war insofern ungewöhnlich, als CDU und SPD seit Jahrzehnten Befürworter der Straßenplanung sind. In einem Ortstermin mit uns bestätigte CDU-OB-Kandidat Andreas Hollstein am 23. September die Zusage der Dortmunder CDU, auch wenn er nicht zum OB gewählt werden sollte (Pressemitteilung BISuF vom 23.9.2020). 

Am 27. September – dem Tag der Stichwahl - hatten wir dann noch eine gut besuchte Radtour über die Stadtgrenze hinaus nach Kamen und Unna organisiert, um die Anbindung der OWIIIa in den Kreis Unna zu veranschaulichen (hier geht es zur Pressemitteilung). 

Nachdem die OB-Wahl zugunsten des SPD-Kandidaten Thomas Westphal ausging, glaubten Viele, dass die CDU ihre Zusage zurücknehmen würde. Doch sie hielt Wort. Zusammen mit der Fraktion LINKE+ haben GRÜNE und CDU einen Antrag (Link zum Antrag) zum Planungsstopp in den Rat eingebracht, der wegen Corona nicht wie geplant am 17. Dezember, sondern erst im Februar 2021 verabschiedet werden kann. 

Schon jetzt steht fest: Ohne BISuF hätte es diese positive Entwicklung und den Planungsstopp nicht gegeben. Durch unsere Aktivitäten und Pressearbeit war die OWIIIa das bestimmende Thema im Wahlkampf, vor allem im Stadtbezirk Brackel. 

In den unmittelbar betroffenen Wahlkreisen waren die Ergebnisse für die OWIIIa befürwortenden Parteien weitaus schlechter als im städtischen Durchschnitt (Link zur Auswertung

Noch heute findet das Thema Niederschlag in den Medien und belegt, dass die Befürworter nicht vorhaben, das Projekt OWIIIa zu begraben

Durch diese Beiträge der Uneinsichtigen in der SPD wird auch immer mehr deutlich, dass es trotz stereotyp wiederholter Aussagen in Wahrheit nicht um die Hellweg-Entlastung, sondern um die Logistikanbindung der Industrie- und Gewerbegebiete in Dortmund, Unna und Kamen geht, die uns erheblichen Schwerlastverkehr bringen würde. Als Argument wird sogar die Entlastung der B1 ins Feld geführt. 

Was planen wir im neuen Jahr? 

Eigentlich wollten wir noch in diesem Jahr zu einer Versammlung von BISuF einladen, in der wir unsere weiteren Aktivitäten vorstellen wollten. Corona hat dies verhindert. Sobald es die Pandemie erlaubt, wollen wir diese Versammlung nachholen und auch mit den direkt Betroffenen das Gespräch suchen. Dann wollen wir auch die angekündigte Planungswerkstatt „Hellweg-Entlastung ohne OWIIIa“ einberufen, die wir derzeit vorbereiten. 

Fest steht: Wir machen unbeirrt weiter, um die nächsten 5 Jahre wirkungsvoll zu nutzen. Auch in den Landtagswahlkampf im Frühjahr 2022 werden wir uns wieder aktiv einbringen. 

Bitte verfolgen Sie unsere Aktivitäten auf unsere Homepage: http://bisuf.blogspot.com/ 

Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie keine weiteren Informationen von uns per Mail erhalten wollen bisuf-dortmund@web.de. Bitte melden Sie sich auch bei uns, wenn Sie direkt von der Planung betroffen sind, entweder als Grundstücksbesitzer oder Anwohner direkt auf oder an der Trasse. 

Abschließend möchten wir Ihnen allen ein herzliches Dankeschön für die Teilnahme an unseren Aktionen und Geldspenden aussprechen. Dadurch konnten wir uns so vehement in die öffentliche Diskussion einbringen. 

Wir hoffen, Sie im neuen Jahr wiederzusehen und wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen geruhsame Weihnachten und Gesundheit für das neue Jahr. 

Herzliche Grüße 

Ihr/Euer BISuF-OrgaTeam 

Stefan Herbst 
Wilhelm Auffahrt
Bernd Mittermüller
Thomas Quittek
Norbert Roggenbach
Heinz-Jürgen Wittenberg

Dienstag, 29. September 2020

Bürgerinitiative lud zur städteübergreifenden Radtour in Dortmund und Unna/Kamen

Weiterbau der L663n wäre Frevel an der Natur und muss verhindert werden!

Über 70 Radlerinnen und Radler waren der Einladung der Bürgerinitiative Schützt unseren Freiraum (BISuF) zu einer städteübergreifenden Radtour entlang der geplanten Trasse der Landesstraße L663n/OWIIIa gefolgt. Gestartet wurde an der S-Bahn-Station Unna-Massen, wo Norbert Roggenbach (BISuF) auch die begleitende Polizei aus Unna begrüßte. Von dort ging es zum Naturschutzgebiet Wickeder Ostholz, wo die Trasse direkt am Waldrand mit Feuchtgebiet und über einen Reiterhof führen würde. Thomas Quittek (BISuF und Sprecher des BUND Dortmund): „Die OWIIIa würde nicht nur das Naturschutzgebiet massiv beeinträchtigen, sondern auch die Existenz mehrerer Reiterhöfe bedrohen.“ 

Weiter ging es zum Massener Bach, wo Andreas Förster vom NABU Unna auf die hohe Bedeutung dieses renaturierten Bachlaufes für die Tier- und Pflanzenwelt hinwies. Hier kommt u.a. der seltene Gelbspötter vor. 

Nach Unterquerung der Autobahn A1 erreichten die Radler auf der zum Teil bereits fertiggestellten Trasse der Westtangente das Logistikzentrum am Kamener Karree. Dieses soll zusammen mit anderen Gewerbegebieten nach dem Wunsch der Mehrheitsfraktionen in Kamen und Unna über die OWIIIa an die Dortmunder Logistikzentren angebunden werden. Wilhelm Auffahrt (BISuF): „Die OWIIIa würde erheblichen Schwerlastverkehr von und zu den Logistikzentren auf der Westfalenhütte und dem Hafen in Dortmund hereinführen. Demgegenüber sind die Entlastungseffekte für den Hellweg nur marginal.“ 

Passanten entlang der Strecke waren erschrocken, als sie erfuhren, dass ihre ohnehin schon eingeengte Landschaft durch eine neue Straße zerschnitten werden soll. Wie die Bürgerinitiative erfuhr, seien auf Unnaer Seite bereits Grundstückseigentümer enteignet worden, obwohl noch gar kein Planrecht bestünde. 

Ziel der Tour war die Gaststätte „Bauer Brune“, wo sich die Teilnehmer bei Reibekuchen versprachen, dieses Straßenbauprojekt aus der „planerischen Mottenkiste“ auch weiterhin zu verhindern. Rückendeckung hat der Widerstand durch die Vereinbarung von Grünen und CDU in Dortmund für einen Planungsstopp für die nächsten fünf Jahre erhalten.